WETTBEWERB KAMMA!

Wir wissen alle: Die überwiegende Mehrheit aller Planungsaufträge findet jenseits öffentlicher Auslobungen statt. Dennoch: Die Vergabe öffentlicher Mittel hat Vorbildwirkung und wird öffentlich wahrgenommen. Wie soll daher die Vergabe öffentlicher Mittel entschieden werden?
Für viele ArchitektInnen ist die Teilnahme an offenen Wettbewerben der einzige Weg zu einem nennenswerten Portfolio. Der offene Wettbewerb kann daher ein Mittel zu Chancengleichheit für die Planenden und Qualitätssicherung für die AuftraggeberInnen gleichermaßen sein. Damit das wirklich gut wird, braucht der Wettbewerb öffentliche Aufmerksamkeit, organisatorische Sorgfalt, ein konsequentes Auftreten der Kammer und 100% Transparenz.

WAS WIR IN DEN NÄCHSTEN 4 JAHREN ERREICHEN WOLLEN

Unsere Position ist: Öffentliches Geld braucht offene Wettbewerbe. Das werden wir weiter fordern, möglichst oft.

Der offene Wettbewerb kann die fairste Vergabeform darstellen, wenn er nach Regeln erfolgt, deren Ausgangsbasis die Bestellqualität ist. Darauf werden wir hinweisen.

Wir wollen einen kostenlosen Wettbewerbslehrgang für die KollegInnenschaft anbieten, um durch (weiterhin) profunde Juryleistungen der nun größeren Zahl an Wettbewerben gerecht zu werden.

WISSEN SIE, WAS WIR IN DEN LETZTEN 4 JAHREN ERREICHT HABEN?

Es ist zunehmend gelungen, öffentliche AuftraggeberInnen von den Vorteilen offener Wettbewerbe zu überzeugen. Seit Jahren war die Zahl der offenen und von der Kammer freigegebenen Wettbewerbe nicht mehr so hoch.

Durch die Einführung eines sechsköpfigen Kooperationsbeirats von ArchitektInnen, der sich wöchentlich im Beisein zweier Vergabeexperten der Kammer trifft, konnte die Zahl der offenen Wettbewerbe und die Qualität der Verhandlungen noch stärker gesteigert werden. Selbst bei privaten Investoren konnte ein Umdenken erreicht werden.

Nach einem Jahr Verhandlungen ist es gelungen, die Stadt Wien davon zu überzeugen, Schulerweiterungen nicht mehr über Totalübernehmer-Verfahren zu vergeben sondern über offene Wettbewerbe ohne Referenzanforderung an die Planerinnen. Damit wurde eine Serie niederschwelliger, offener Verfahren ermöglicht, die zuvor an ArchitektInnen vorbeigingen.

Die Teilnehmerzahl bei Wettbewerben ist durch die größere Anzahl von Wettbewerben bereits jetzt in Richtung eines wirtschaftlich akzeptablen Maßes gesunken.

Auch ErsatzjurorInnen dürfen an Wettbewerbssitzungen teilnehmen; JurorInnen werden durch die Kammer inhaltlich vorbereitet und unterstützt; es wurden Compliance-Regeln festgelegt.

Die Namen der von der Kammer entsandten JurorInnen können auf der Kammerwebsite abgerufen werden.

Durch das Engagement von Bernhard Sommer im Beirat für Baukultur gilt dort der von der Kammer definierte und beschlossene Wettbewerbsstandard Architektur als Grundlage für Wettbewerbe.

Ende 2017 wurde mit dem Land Niederösterreich eine Musterauslobung vereinbart, die faire und offene Wettberbe forciert.